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Geschichte

Nach mündlichen Überlieferungen soll bereits um 1824 in Kirchberg ein Zusammenschluß von Junggesellen bestanden haben.

Von unseren Vorfahren wissen wir, daß diese Junggesellen jährlich ein Frühlingsfest feierten, aus dem sich im Laufe vieler Jahrzehnte das heutige Maibrauchtum entwickelte.Nach Aussagen von alten Kirchbergern, denen es von Eltern und Großeltern überliefert wurde, gilt das Jahr 1824 als Gründungsjahr dieses Junggesellenvereines, aus dem später die Maigesellschaft hervorging.

Bekannt ist, daß 1832 im Regierungsbezirk Aachen die Cholera herrschte, eine Epidemie, die auch die Kirchberger in Angst und Schrecken versetzte.

Dank der rechtzeitig angeordneten Vorsichtsmaßnahmen blieben die Bewohner der Bürgermeisterei Kirchberg von der schrecklichen Krankheit verschont.

Aus Dankbarkeit sollen Kirchberger Junggesellen um 1832 auf dem Lohberg ein eisernes Kreuz - im Volksmund bis heute Junggesellenkreuz genannt - errichtet haben.

Nach anderen Überlieferungen sollen die Junggesellen die Absicht gehabt haben, den damaligen Pfarrer durch die Errichtung eines Kreuzes wohlwollend zu stimmen, da dieser gegen das Maibrauchtum und insbesondere die Maischatzversteigerung eingestellt war. In alten Chroniken sind leider keine Aufzeichnungen hierüber zu finden.

Schriftstücke aus der Zeit vor 1945 (Ende des II. Weltkrieges) lagen auch nicht vor.

Da viele Kirchberger durch die Kriegsereignisse in den Jahren 1944/45 Hab und Gut verloren, wegen der heranrückenden Front zeitweise ihre Heimat verlassen mußten und viele ehemalige Mitglieder der Maigesellschaft aus dem Kriege nicht mehr heimkehrten, sind evtl. vorhandene Aufzeichnungen verloren gegangen.

Einzige vorliegende Quellen waren:

- Kirchberg im Wandel der Jahrhunderte

(Wilhelm Delonge 1973)

- 1060 Jahre Kirchberg

(Kath. Pfarramt St. Martinus 1982)

- 150 Jahre Maiclub Kirchberg

(Festschrift 1974)


 

Auf Spurensuche

Im Jahre 1998 begaben sich Mitglieder des Maiclubs auf Spurensuche und durchforsteten an vielen Tagen im Stadtarchiv Jülich und Zeitungsverlag alte Zeitungen.

Ergebnislos verlief die Spurensuche für die Zeit vor 1900, da zu dieser Zeit kaum über Maifeste und Versammlungen berichtet wurde.

Die Aufgabe von Anzeigen und Versammlungseinladungen dürfte auch damals für die Junggesellen zu teuer gewesen sein. Die mühevolle Arbeit des „Recherchenteams“ wurde letztendlich doch noch belohnt.

Gefunden wurde im Kreis-Jülicher Correspondenz- und Wochenblatt vom 1. April 1905 eine Versammlungseinladung der Kirchberger Maigesellschaft:

Aus dem Anzeigenteil ist zu schließen, daß in den Vorjahren auch schon Maifestlichkeiten stattfanden und die Maigesellschaft sich jährlich neu gründete und einen Vorstand wählte.

Die Einladung hatte Erfolg, wie der Aufruf zum Besuch des Kirchberger Maifestes - gefunden im Kreis-Jülicher Correspondenzblatt vom 20. Mai 1905 – zeigt.

Während der Zeit des ersten Weltkrieges (1914 – 1918) gab es für die Junggesellen nichts zu feiern. Die wehrfähigen jungen Männer wurden zu den Waffen gerufen und zogen für „Kaiser, Volk und Vaterland“ in einen mörderischen Krieg.

Viele verloren auf den Schlachtfeldern ihr junges Leben. Trauer und Leid kam über viele Familien.Doch schon bald nach dem Krieg ließen junge Männer das Maibrauchtum wieder aufleben.

So konnten der Vorsitzende der Maigesellschaft von 1920 und das damalige Königspaar Werner und Elisabeth Ernst 1974 das 150-jährige Bestehen der Maigesellschaft noch mitfeiern.In den sogenannten „Goldenen Zwanzigern“ erlebte die Maigesellschaft eine Blütezeit. In Anzeigen im Jülicher Kreisblatt wird dann auch zu Maifesten eingeladen:


Jülicher Kreisblatt

Vom 21. 4. 1921 vom 5. 5. 1923

 

Die Entwicklung vom einfachen Maifest vor 1900 mit Tanz auf dem Rasen im Busch *) zu den Klängen einer Ziehharmonika hin zu rauschenden Festen auf Tanzböden und in Festzelten mit großen Musikkapellen schildert treffend Theo Delongè, Vorsitzender der Maigesellschaft von 1928 in den Rur – Blumen vom 28. April 1928.

*)

(Busch oder Büschgen = frühere Waldparzelle im Bereich der heutigen Kastanien-, oberen Fronhofstraße – Kastanienbusch)

Der Name Maigesellschaft Kirchberg ist verhältnismäßig noch jung, dagegen der Name Junggesellenverein-Kirchberg, der Vorgänger der Maigesellschaft, ist schon sehr alt, bereits mehrere 100 Jahre. Der Verein nannte sich früher Junggesellenverein, weil nur Junggesellen, also nur unverheiratete Männer, Mitglied werden konnten. Es war auch kein ständiger Verein, sondern nur eine Gesellschaft, die sich für einen gewissen Monat im Jahr (Monat Mai) zusammenschloß und eines Sonntags im nahen „Busch“ an der Vogelstange ein kleines Fest, Maifest, veranstaltete.

Dieser Verein hielt schon vor mehreren 100 Jahren ein solches Fest. Wann die erste Gesellschaft sich hier in Kirchberg zusammen schloß, ist leider nicht festzustellen. Wir wissen wohl von alten Leuten aus Kirchberg, die sich auch heute noch auf das Maifest freuen, daß ihre Eltern, ihre Großeltern ein Maifest gefeiert haben, nur nicht in dem Umfange, wie es heute geschieht. Also hieraus ergibt sich schon, daß das Maifest, welches in jedem Jahre gefeiert wird, sehr alt sein muß. Dieser alte, schöne Brauch wird nun aber auch in unserer Gemeinde aufrecht erhalten und von Jahr zu Jahr gefeiert. Wie gesagt, kann uns leider kein Mensch in der ganzen Gemeinde Kirchberg sagen, wie alt die Maigesellschaft ist, nirgendwo steht etwas über das Fest und die Gesellschaft geschrieben. Ein einziges Andenken, das wir von unseren Vorfahren haben, ist das Junggesellenkreuz auf dem Lohberge. Dieses Kreuz ist von einer Maigesellschaft oder, wie sich die Gesellschaft früher nannte, Junggesellenverein, errichtet worden, daher auch der Name Junggesellenkreuz. Aus welchem Anlaß man das Kreuz hinsetzte und dazu noch weit außerhalb des Dorfes, ist nicht bekannt. Über den Grund der Aufstellung sind die Meinungen sehr verschieden. Einer sagt, zur Zeit als wieder eine solche Maigesellschaft bestand, sei der damalige Pfarrer gegen die Gesellschaft, besonders gegen die Maiversteigerung, gewesen.

Um nun den Pfarrer für die Gesellschaft zu gewinnen, habe man ein Kreuz errichten lassen und es der Gemeinde bezw. der Kirche zum Geschenk gemacht. Ob die Angaben richtig sind, ist nicht zu sagen. Weder die Geschichte der Gemeinde, noch die Geschichte der Kirchengemeinde Kirchberg weiß davon zu erzählen. Nun behaupten auch wieder andere, man habe das Kreuz Gott zu Ehren hingesetzt und um der Nachwelt ein Andenken zu hinterlassen. Was ist nun richtig? Doch wird die augenblicklich bestehende Gesellschaft nicht eher ruhen, bis endgültig festgestellt ist, was der Grund der Maifeier und der Grund, das Kreuz zu errichten, gewesen ist. Leider hat sich bis heute niemand um die Erhaltung des Kreuzes gekümmert. Es steht ganz verwahrlost da. Vor mehreren Jahren haben mal die Junggesellen unserer Gemeinde das Kreuz neu instandsetzen lassen, doch heute ist es um dasselbe schlecht bestellt; deshalb hat die diesjährige Gesellschaft sich zum Ziele gesetzt, für die Erhaltung des Kreuzes Sorge zu tragen. Die nötigen Reparaturen sollen noch vor dem diesjährigen Maifeste vorgenommen werden. So hoffen wir, daß das Kreuz nicht dem Untergang geweiht, sondern auch der Nachwelt noch stets ein bleibendes Andenken sein wird.

Was war nur der Gedanke und der Zweck der ganzen Maifeier? Wir können hier nur sagen, daß der Zweck des Festes der war, wie auch die Statuten der Gesellschaft vorschreiben, die Jugend brüderlich für eine kurze Zeit zu vereinigen und die Geselligkeit zu hegen und zu pflegen. Bis zum heutigen Tage hat sich dieses ja auch noch erhalten. Heute aber soll dieses alles nicht mehr für einen Monat sein, also für eine ganz kurze Zeit, sondern heute wird die Gesellschaft für immer bestehen bleiben und das ganze Jahr zusammen halten und die Geselligkeit hegen und pflegen. Trotz der schlechten Zeit, in der wir heute leben, steht die Maigesellschaft Kirchberg noch felsenfest und trotz des ausgedehnten Vereinslebens (sind doch nicht weniger als 15 Vereine in dem kleinen Kirchberg vertreten) machen auch heute fast alle Junggesellen jedes Jahr das Maifest mit. Daß nicht alle Jungmänner mitmachen, läßt sich leicht erklären. Schon die Statuten der Gesellschaft schreiben vor; Mitglied kann nur der werden, welcher einen unbescholtenen Lebenswandel führt, dann aber auch wollen die älteren Jungmänner mit der heutigen Jugend nichts zu schaffen haben, was ja auch ein großer Fehler im Leben ist. Gerade heutzutage müssen alle Hand in Hand arbeiten, um etwas Ganzes zu leisten. Nicht nur in Vereinssachen, sondern auch im Leben ist es von großer Wichtigkeit, Hand in Hand zu marschieren.

Wie wurde nun ein Maifest vor mehreren hundert Jahren gefeiert? Meistens Mitte April schlossen sich die Jungmänner zusammen und gründeten für den Monat Mai einen Verein oder eine Gesellschaft, die sich dann am Schluß des Monats Mai wieder auflöste. Wie bereits oben gesagt, konnten nur unverheiratete Personen sich hieran beteiligen. War der Verein gegründet und ein Vorstand gewählt, wurden gleich die nötigen Vorbereitungen für das Fest getroffen. Viele Arbeiten waren nicht notwendig, da das Fest nicht viele Vorbereitungen beanspruchte. Schließlich acht Tage vor dem Feste wurde die Maischatzversteigerung gehalten. Die Arbeit für die Versteigerung war die Aufstellung einer Liste, in die alle unverheirateten Mädels eingetragen wurden, die in Kirchberg ihren Wohnsitz hatten. Solche, wie die Statuten sagen, die als unmoralisch bekannt waren, wurden nicht mit aufgeführt. War die Liste aufgestellt, dann wurde ein Tag für die Versteigerung festgesetzt.

Wie ging nun eine solche Maischatzversteigerung vor sich? Erstens war es Pflicht eines jeden Mitgliedes, an der Versteigerung teilzunehmen und sich ein Mädel anzusteigern. Eine Maischatzversteigerung geht genau so vor wie eine jede andere Versteigerung auch. Bei einer Versteigerung, die ein Gerichtsvollzieher hält, wird bekanntlich mit Geld geboten, bei der Maischatzversteigerung ist es anders. Hier wurde nicht mit Geld, sondern mit „Liter“ geboten, das können Liter Bier, Wein oder Schnaps sein, das ist gleich, meistens war es Bier.

Z. B. an erster Stelle wurde die Königin versteigert. Diese wurde ausgestellt zum Preise von 100 Liter. Angenommen, jetzt bietet jedes Mitglied, so viel es will, ebenfalls in Liter. Wer nun das meiste bietet, der wurde König. Hatte nun ein Mitglied 200 Liter geboten, dann mußte es, wenn es vorher vereinbart worden war, daß das Liter zum Preise von 10 Pfg. umgerechnet werden sollte, 200 Liter mal 10 Pfg. zahlen, gleich 20 Mark. War die Königin zugeschlagen, dann wurden die Maimagd und die übrigen Mädels versteigert, ebenfalls wie die Königin. Was nun ein Mitglied für seine „Maifrau“ geboten hatte, mußte es an die Vereinskasse zahlen. War die Versteigerung zu Ende, dann begann der Rundgang durchs Dorf. Was war nun das? Der Rundgang durchs Dorf hatte folgenden Zweck. Es sollte den einzelnen Mädels verkündet werden, daß der oder der sie „als Maifrau“ gekauft hatte.

Vor der Versteigerung wurde ein Ausrufer ernannt, in der Regel mehrere. Diese Ausrufer hatten nun die Verkündigungen bei den Mädels vorzunehmen. An der Spitze der Gesellschaft stellte sich der Ausrufer unter das Fenster eines Mädels und rief etwa folgendes:

„Höret, höret alle zu, was der Maikönig euch befehlen tut!“

Antwort der Gesellschaft: „Was befiehlt er denn?“

Ausrufer: „Der Schmitze Christian hat eine Tochter!“

Gesellschaft: „Wie heißt die dann?“

Ausrufer: „Mariche, Mariche heißt das Kind! – Der Lövenichs Peter hat einen Sohn.“

Gesellschaft: „Wie heißt der dann?“

Ausrufer: „Willi, Willi heißt der Sohn!“

Gesellschaft: „Was soll denn damit geschehen?“

Ausrufer: „Dann wollen wir die zwei, so schwarz wie ein Ei, so weiß wie eine Krähe, für den Monat Mai zusammen tun, ist euch das recht?“

Gesellschaft: „Ja, ja, ja!“

Das wurde natürlich alles in plattdeutscher Sprache gerufen. War der Ausrufer zu Ende, dann wurde eine Strophe des Liedes: „Der Mai ist gekommen“ gesungen und die Gesellschaft zog ein Haus weiter zum nächsten, wo ein Mädel wohnte, und so immer fort, bis alle bekannt gemacht worden waren. Damit der Ausrufer seine Stimme nicht ganz verlieren sollte, nahm der Vorsitzende der Gesellschaft, wenn es die Kasse erlaubte, „Schmierwasser“ mit, dies waren meistens mehrere Liter alten Korn. Daß es nun hierbei auch „Volle“ gab, braucht wohl nicht erwähnt zu werden, ebenfalls daß die Gesellschaft vom Nachtwächter wegen nächtlicher Ruhestörung ein Protokoll erhielt.

Das wäre so ziemlich der Gang der Versteigerung und die Bekanntgabe der Maimädels. Jetzt kam das Maifest. Alles vorhandene Bargeld wurde in der Regel in Bier usw. umgesetzt, auf einen Schiebkarren geladen und am Tage, wo das Fest gehalten werden sollte, zum nahen „Busch“ gefahren. Es war gewöhnlich 4 Uhr nachmittags, wenn die Andacht zu Ende war, dann zog alt und jung zum Busch um Maifest zu feiern. Die Mitglieder fanden sich mit ihren Maifrauen zu einer bestimmten Zeit ein, ebenfalls ein Ziehharmonika-Spieler. Nachdem alle versammelt waren, nahm das Fest seinen Anfang. Es wurde getanzt und gejodelt bis zum späten Abend. Die älteren Mitglieder tranken vergnügt ein Gläschen Bier nach dem anderen, während die jüngeren Burschen nur zusehen konnten, was die anderen tranken, es kam auch mal vor, daß die jüngeren auch mal ein Glas gereicht bekamen. Wenn nun kein Getränk mehr vorhanden war, dann hatte das Fest sein Ende erreicht. Wir sehen also, daß das Maifest früher im kleineren Rahmen gefeiert wurde. Tanzzelte, Tanzböden und große Musikkapellen kannte man nicht. Der Rasen diente als Tanzboden und eine Ziehharmonika ersetzte die heutige Musik. So wurde Maifest vor mehreren hundert Jahren gefeiert bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Heute ist es allerdings anders. Die Gründung der Gesellschaft für den Monat Mai wurde genau so gehalten, wie früher, und zwar bis zum Jahre 1927. Seit diesem Jahre soll die Gesellschaft das ganze Jahr hindurch bestehen bleiben. Die Maischatzversteigerung wird auch heute noch gefeiert wie in all den früheren Jahren. Nur das Maifest ist vergrößert und verschönert worden. Heute ziehen wir nicht mit einem Schiebkarren, beladen mit Bier, zum Busch und tanzen auf dem Rasen, auch ist die Ziehharmonika längst verschwunden, sondern heute müssen Tanzböden und große Musikkapellen vorhanden sein, um ein Maifest zu feiern.

Vor ca. 25-30 Jahren hat das Maifest in Kirchberg ein ganz anderes Bild genommen. Wie schon gesagt, ist an der Maischatzversteigerung nichts geändert worden, sondern lediglich nur am Feste. Heute wird am Tage vor dem Feste, am Samstag Abend, der sogenannte Maibaum aufgesetzt. Es ist dies eine mit buntem Papier geschmückte Tanne. Auch diese Sitte, das Aufstellen des Maibaumes, ist sehr alt. Leider ist es nicht bekannt, wann der Baum in den früheren Jahren gepflanzt wurde. Unter den Klängen des Liedes „Der Mai ist gekommen“ wird der Baum in die Erde gepflanzt, wo er stehen bleibt, bis der

Monat Mai zu Ende ist. Nachdem der Baum gepflanzt ist, versammeln sich die Mitglieder noch für einige Stunden. Dann folgt der Sonntag, der Tag des Festes. Schon gleich nach Mittag herrscht reges Treiben im Dorfe. Gegen 3 Uhr fährt der festlich geschmückte Wagen vor, in dem die Maihoheit Platz nehmen wird, gleich hinterher erscheint auch schon die Musikkapelle und die Vereinsmitglieder. Ist alles zur Stelle, dann wird die Maihoheit, König und Diener, in feierlicher Weise zum Vereinslokal geholt. Von hier aus nimmt nun der Festzug durch das Dorf seinen Anfang. Nach dem Zuge durch das Dorf ist in einem Saale Tanzvergnügen und abends gegen 9 Uhr großer Festball. Die Maihoheit und der gesamte Vorstand erhalten im Saale einen Ehrenplatz. Wer nun heute Maikönig spielen will, der wird auf einen Pfennig Geld nicht schauen dürfen. Schon vom ersten Saalfest, vor ungefähr 30 Jahren, war es Sitte und Brauch, daß der Maikönig das Getränk für den ganzen Vorstand am Festtage zahlen mußte. Wer also glücklicherweise Vorstandsmitglied war, hatte einen schönen Tag, das ganze Fest kostete ihm keinen Pfennig, das Königspaar mußte „blechen“. So wird nun getanzt bis spät in die Nacht hinein. Hat der Festtag sein Ende genommen, dann fangen die Ferien für den Verein an. Er schläft gewissermaßen ein ganzes Jahr hindurch, bis es wieder Zeit wird, die Vorbereitungen für das kommende Fest zu treffen. Ist noch Geld übrig geblieben, so wird dieses nicht wie in früheren Jahren unter den Mitgliedern geteilt, sondern es bleibt in der Vereinskasse. Wohl wird ein gewisser Betrag für wohltätige Zwecke verausgabt, z. B. fließt jedes Jahr ein gewisser Betrag dem Kriegerdenkmalfonds zu, weiter bekommt die Armenkasse einen kleinen Betrag usw.. In früheren Jahren wurde auch ein kleiner Ausflug unternommen zur nahen Eifel, um so das noch vorhandene Geld klein zu bekommen und los zu werden.

Das ist so der Werdegang, der Lebensweg der früheren und der heutigen Kirchberger Maigesellschaft. Schön ist dieser alte Brauch, das Leben in einer solchen Gesellschaft. Es ist wohl Pflicht eines jeden Junggesellen Kirchbergs, mitzuarbeiten und mit dafür zu sorgen, daß dieser alte Brauch uns nicht verloren geht und in jedem Jahr zur Geltung kommen möge. Wir wünschen deshalb der Kirchberger Maigesellschaft ein langes Leben zum Wohle der ganzen Gemeinde!

 
 

 

 

 
 

 

 

 

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